09.03.2010 | 11:00 Uhr | Politik, Top-Story

Bundesbanküberschuss sinkt 2009 auf 4,1 Mrd EUR

Bundesbank-Überschuss sinkt 2009 auf 4,1 Mrd EUR

FRANKFURT (Dow Jones)–Die Deutsche Bundesbank hat im vergangenen Jahr einen Überschuss in Höhe von 4,1 Mrd EUR erzielt, nach 6,3 Mrd EUR im Vorjahr. Der Jahresüberschuss sei dem Bundesbankgesetz entsprechend in voller Höhe an den Bund abgeführt worden, erklärte die Bundesbank am Dienstag.

Bundesbankpräsident Axel Weber sagte, der Rückgang gegenüber dem Vorjahr sei vor allem auf niedrigere Zinserträge in Euro zurückzuführen. “Grund hierfür waren die in der Eurozone historisch niedrigen Leitzinsen”, erklärte Weber.

Mit Blick auf die weitere konjunkturelle Entwicklung weltweit zeigte sich das Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) vorsichtig optimistisch. “Die Erholung der Weltwirtschaft hat sich weiter gefestigt, auch wenn sich Ausmaß und Geschwindigkeit zwischen den Wirtschaftsräumen noch merklich unterschieden”, sagte er.

Für die deutsche Exportwirtschaft gehe diese Entwicklung einher mit einer Stärkung der Nachfrageimpulse insbesondere aus Ländern außerhalb der Eurozone. “Insofern bin ich überzeugt, dass der im Sommer 2009 begonnene Erholungsprozess im Kern intakt ist und sich trotz der im Winterhalbjahr schwachen Dynamik fortsetzen wird”, sagte Weber weiter.

Hierzu gehöre auch, dass sich der deutsche Arbeitsmarkt unverändert robust präsentiere. Angesichts der im historischen Vergleich eher verhaltenen Erholung und der beträchtlichen Kapazitätsüberhänge werde das Preisniveau zudem nur sehr moderat zunehmen.

Die Perspektiven an den Finanzmärkten haben sich nach Aussage des Bundesbank-Vorstandsmitglieds Hans Georg Fabritius im Verlauf des vergangenen Jahres verbessert. Wegen der abnehmenden Unsicherheiten habe sich der Bedarf der Kreditinstitute an ausgeprägten Liquiditätspuffern reduziert. “Dadurch hat sich die Bilanzsumme der Bundesbank um 25 Mrd auf 588 Mrd EUR verringert”, sagte Fabritius.

Ohne die gegenläufigen Effekte aus der Neubewertung von Gold und Devisen (plus 14 Mrd EUR) und der Zuteilung von Sonderziehungsrechten (plus 12 Mrd EUR) hätte sich die Bilanzsumme Fabritius zufolge um 8% verringert. Tatsächlich sank sie um nur 4%.

Die wichtigste Quelle des Bundesbank-Gewinns waren 2009 die Zinserträge in Höhe von 7,6 (Vorjahr: 16,9) Mrd EUR, von denen 6,6 (15,4) Mrd EUR auf Zinserträge in Euro entfielen. Dem standen Zinsaufwendungen von 3,5 (8,5) Mrd EUR gegenüber, sodass sich ein Nettozinsertrag von 4,2 (8,4) Mrd EUR ergab.

Ein weiterer Ertragsfaktor waren die realisierten Gewinne aus Gold-, Fremdwährungs- und Wertpapiergeschäften von per saldo 0,7 (0,6) Mrd EUR und die Beteiligungserträge von 0,6 (0,4) Mrd EUR.

Die Bundesbank verwies in ihrem Jahresbericht darauf, dass Bilanzpositionen, die Marktpreisschwankungen unterliegen, grundsätzlich zu Marktpreisen bewertet würden. Die dabei anfallenden Bewertungsgewinne sind nicht erfolgswirksam, sondern werden in einem passivischen “Ausgleichsposten aus Neubewertung” ausgewiesen. Die Bewertungsgewinne beliefen sich den Angaben zufolge auf 76,8 (63,1) Mrd EUR, darunter für Gold 75,9 (60,1) Mrd EUR, für Devisen 0,6 (1,6) Mrd EUR und für Wertpapiere 0,3 (1,4) Mrd EUR.

   Webseite: www.bundesbank.de 

  -Von Hans Bentzien, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 297 25 313,
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March 09, 2010 05:00 ET (10:00 GMT)

 

 

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