FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Aktien der Deutschen Börsen
Donnerstag zugelegt und sich besser als der Markt entwickelt. Am Markt wurde vor
allem auf eine Kurserholung verwiesen, nachdem die Titel des Marktbetreibers in
jüngster Zeit kräftig unter Plänen über ein Verbot des Eigenhandels von
US-Banken gelitten hatten. Berichte über einen möglichen zehnprozentigen
Stellenabbau aufgrund der krisenbedingten Schwäche des Geschäfts stützten die
positive Kursentwicklung, hieß es. Bis 13.15 Uhr gewannen die Aktien des
Marktbetreibers 0,90 Prozent auf 48,90 Euro, während der Leitindex Dax
um 0,51 Prozent auf 5.671,91 Punkte stieg.
Analyst Philipp Häßler von der Investmentbank Equinet sah im Kursplus vor
allem eine “allgemeine Erholung” der Aktie. “Der mögliche Stellenabbau, den er
für “durchaus wahrscheinlich” hält, dürfte zugleich leicht positiv gesehen
werden. Ein größerer Ergebniseffekt wäre allerdings davon nicht zu erwarten.”
Wichtiger sei es, dass die Erträge wieder zulegten, vor allem die der
Terminbörse Eurex. “Die spielen eine wichtige Rolle, denn die Umsätze der Sparte
Clearstream sind weitgehend stabil und die des Kassamarkt-Segments fallen nicht
sonderlich stark ins Gewicht.”
Analyst Konrad Becker von Merck Finck hält Stellenabbau von bis zu zehn
Prozent ebenfalls für denkbar, da derzeit sowohl zyklische als auch strukturelle
Probleme das Geschäftsmodell der Deutschen Börse negativ beeinflussten. “Bei 423
Millionen Euro Personalkosten würde die Deutsche Börse auf Gesamtjahresbasis
rund 40 Millionen Euro einsparen können. Allerdings würde die Ertragskraft im
laufenden Jahr durch Abfindungszahlungen belastet werden”, gab er zu Bedenken.
Wie immer am Markt, wäre ein Stellenabbau eine positive Nachricht für den
Aktienkurs, wenn auch nicht für die bis Ende September 2009 bei der Börse
beschäftigten 3.600 Mitarbeiter, urteilte Analyst Martin Peter von der LBBW. Ein
bis zu zehnprozentiger Stellenabbau würde jährlich seines Erachtens die Kosten
um 30 bis 40 Millionen Euro senken. Einen Grund, seine Prognosen wegen dieser
Spekulationen zu überarbeiten, sieht er jedoch derzeit “absolut nicht,auch wenn
der Aktienkurs nun wieder steigt, nachdem er in den letzten Tagen deutlich
geschwächelt hat”./ck/zb