HAMBURG (dpa-AFX) – Der aufstrebende chinesische Telekomausrüster ZTE schaut
sich nach Übernahmemöglichkeiten um. “Wir können unser bisheriges Wachstumstempo
nur aufrechterhalten, wenn wir Unternehmen zukaufen”, sagte der für das
Tagesgeschäft zuständige Vorstand Tian Wenguo der “Financial Times Deutschland”
(Montag). Konkrete Ziele gebe es indes noch keine, führte er aus.
An Kandidaten mangelt es nicht: Nokia
Siemens Networks (NSN) trennen zu wollen. Die Tochter beschert den Finnen und
den Deutschen anhaltend hohe Verluste. Der krisengeschüttelte US-Telekomkonzern
Motorola will sich aufspalten. Die insolvente kanadische Nortel Networks
ZTE WILL AUCH DIENSTLEISTUNGEN ANBIETEN
ZTE und sein heimischer Rivale Huawei setzen die etablierten
Telekomausrüster schwer unter Druck. Mit günstigen Preisen drängen sie auf die
Märkte der Welt und konnten auch bereits Kunden aus den Industrienationen
gewinnen. Sie stellen so selbst für Branchenprimus Ericsson eine ernsthafte
Konkurrenz dar.
Netzwerkausrüster wie NSN weichen inzwischen mehr und mehr auf das
Servicegeschäft aus. Denn Abrechnungen oder der Betrieb ganzer Netze versprechen
höhere Margen. Doch ZTE strebt auch in diese Nische, wie Tian Wenguo sagte: “Wir
werden unseren Kunden künftig auch Dienstleistungen anbieten.” Ein großer Teil
der Arbeit soll dabei von China aus erledigt werden. “Wir können so immer noch
erheblich preisgünstiger sein als unsere Konkurrenz.”/das/gr