25.01.2010 | 18:14 Uhr | Technologie

EU genehmigt Übername von Unitymedia durch Liberty

BRÜSSEL (dpa-AFX) – Grünes Licht für einen großen Deal in der deutschen
Kabelbranche: Der Liberty-Konzern des US-Medienmoguls John Malone darf den
zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber Unitymedia übernehmen. Das entschied
die EU-Kommission am Montag in Brüssel. Damit bekommt der US-Konzern Macht über
die Netze in Hessen und Nordrhein-Westfalen, wo Unitymedia seinen Schwerpunkt
hat.

Die Übernahme werde den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum nicht
behindern, entschied die Brüsseler Behörde, die die Folgen für Rundfunklizenzen,
Pay-TV, Internet-Telefonie und Internetzugang unter die Lupe nahm. Bei den
Rundfunklizenzen seien keine negativen Folgen zu befürchten, da beide
Unternehmen nur über einen geringen Marktanteil verfügten und zudem starke
Wettbewerber wie Sky, Canal+ und die RTL-Gruppe auf dem Markt präsent seien.
Wegen der starken Konkurrenz könne der Konzern anderen Betreibern von
Fernsehsendern nicht den Zugang zu Kunden verwehren.

Der Kaufpreis für Unitymedia mit seinen 6,4 Millionen Kunden beträgt nach
früheren Angaben 3,5 Milliarden Euro. Mit Unitymedia erreicht Liberty Global
weltweit insgesamt mehr als 40 Millionen Haushalte. Der Kabelkonzern unterhält
Netze in 14 Ländern unter anderem in Europa, Japan, Chile und Australien. Nach
der Vereinbarung wird die deutsche Unitymedia gezwungen, sich neu zu
verschulden, weil die Übernahme zum Teil über einen Kredit von Unitymedia selbst
finanziert wird./mt/DP/fn

 

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