03.11.2009 | 15:26 Uhr | Technologie

ROUNDUP 2: Fresenius peilt nach starkem Wachstum mehr Gewinn an

(Neu: Aussagen von Vorstand, neuer Kurs, Analysten)

BAD HOMBURG (dpa-AFX) – Der Medizinkonzern Fresenius hat nach
einem starken organischen Wachstum in den ersten neun Monaten seinen Ausblick
für das laufende Jahr bekräftigt. 2009 soll der Umsatz währungsbereinigt um mehr
als 10 Prozent steigen. Ohne Zukäufe will die im deutschen Leitindex Dax
notierte Fresenius SE zwischen 6 bis 8 Prozent wachsen. Beim
bereinigten Konzernergebnis wird weiterhin ein Plus von rund 10 Prozent in
Aussicht gestellt: “Wir hoffen, dass wir mit dem starken Wachstum der ersten
neun Monate Bedenken vom Sommer zerstreuen konnten”, sagte Konzernchef Ulf
Schneider am Dienstag. Schneider zeigte sich zuversichtlich, dass die nach dem
Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) zweitgrößte Sparte
Kabi die Prognose für 2009 erreichen könne. Einzelne Analysten hatten zuletzt
eine Korrektur des Kabi-Ausblicks befürchtet. Bis zum Nachmittag legten
Fresenius-Vorzugsaktien deutlich zu und gehörten mit einem Plus von fast vier
Prozent zu den größten Gewinnern im Dax.

Während Fresenius den Konzernausblick bekräftigte, wurde die
Ergebnisprognose für die Krankenhaussparte Helios auf mehr als 200 Millionen
Euro angehoben. Der Helios-Umsatz soll unverändert mehr als 2,3 Milliarden Euro
betragen. 2010 rechnet Schneider vor dem Hintergrund der schwierigen
Finanzsituation vieler Kommunen mit einer Belebung bei der Privatisierung
öffentlicher Kliniken.

AUSBLICK FÜR FMC PRÄZISIERT – GEWINN STEIGT ZWEISTELLIG

Auch für die ebenfalls im Dax notierte Tochter FMC habe sich der Ausblick
verbessert: “Wir sind mit der Entwicklung von Fresenius Medical Care und vor
allem mit dem Geschäft in den USA sehr zufrieden”, sagte Schneider. Der
FMC-Umsatz wird nun bei rund 11,2 Milliarden Dollar (zuvor mehr als 11,1)
gesehen und das Konzernergebnis soll auf 865 bis 890 Millionen Dollar steigen.
Bisher wurden 850 bis 890 Millionen Dollar in Aussicht gestellt.

In den ersten neun Monaten hatte Fresenius von Währungseffekten und der
Übernahme des US-amerikanischen Generikaanbieters APP Pharmaceuticals profitiert
und den bereinigten Gewinn auf 368 Millionen Euro gesteigert. Im gleichen
Zeitraum des Vorjahres standen noch 324 Millionen Euro in den Büchern.

UMSATZ BEI KABI STEIGT

Für die 2008 durch die Übernahme von APP gestärkte Infusionssparte Kabi
bestätigte der Konzern die bisherigen Erwartungen. Dies wertete Analyst Volker
Braun von der Commerzbank als Beleg dafür, dass das laufende vierte Quartal bei
Kabi möglicherweise herausfordernd werden könne. Die negativen Nachrichten zu
APP dürften in den kommenden Monaten immer mehr in den Hintergrund treten,
glaubt Analyst Michael Jüngling von Bank of America Merrill Lynch.

In den ersten neun Monaten verbuchte Kabi einen Umsatz von 2,274 Milliarden
Euro (+31%). Das operative Ergebnis erhöhte sich auf 441 Millionen Euro (+52%).
Die zugekaufte APP erzielte von Januar bis September einen Umsatzanstieg von 16
Prozent und eine Verbesserung der Ebit-Marge auf 31,3 Prozent. APP hatte sich im
zweiten Quartal nach Aussage Schneiders “enttäuschend” entwickelt. Das Geschäft
des US-Generikaanbieters litt zuletzt unter Preisdruck und einer Verzögerung in
den Produktzulassungen durch die US-Gesundheitsbehörde FDA. Wie Fresenius nun
mitteilte, sei die Zahl der Produktzulassungen auf 7 gestiegen, nachdem im
ersten Halbjahr 2009 nur eine Zulassung erteilt worden war. 2009 wird für Kabi
mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg um 25 bis 30 Prozent gerechnet. Die
Ebit-Marge soll weiterhin 19,5 bis 20,5 Prozent betragen.

Durch die APP-Übernahme waren die Schulden von Fresenius deutlich gestiegen.
Ende September wies der Konzern noch Finanzverbindlichkeiten von 8,476
Milliarden Euro aus (31. Dez. 2008: 8,787 Mrd.). Fresenius gehört mit Helios
neben der Rhön-Klinikum AG und Asklepios zu den drei großen
Krankenhausbetreibern in Deutschland. Mit Kabi ist Fresenius ein Spezialist für
Infusionstherapien für schwer und chronisch Kranke. Zudem hält Fresenius SE 36
Prozent an FMC. Fresenius beschäftigt fast 130.000 Mitarbeiter und
erwirtschaftet auch durch die in Dollar bilanzierende Fresenius Medical Care,
die einen Anteil von fast 60 Prozent am Konzernumsatz hat, fast die Hälfte der
Erlöse in den USA.

STARKES ORGANISCHES WACHSTUM

In den ersten neun Monaten konnte Fresenius SE das Ergebnis vor Zinsen und
Steuern (EBIT) um währungsbereinigt 19 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro steigern.
Der Umsatz kletterte auch dank eines starken organisches Wachstums
währungsbereinigt auf 10,4 Milliarden Euro (VJ: 8,7)./ep/wiz/he

— Von Elke Pfeifer, dpa-AFX —

 

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