FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Deutsche Bank
Milliardengewinn abgeschlossen und sieht für das laufende Jahr weiteres
Wachstumspotenzial. “Auf Grund unserer Finanzstärke und unserer strategischen
Positionierung sind wir für die Chancen und Herausforderungen 2010 bestens
gerüstet”, erklärte Ackermann in einer Mitteilung des Dax-Konzerns vom
Donnerstag.
Im vergangenen Jahr verdiente Deutschlands größte Bank, die zu den Gewinnern
der Finanzkrise zählt, getragen von einem dicken Plus im Investmentbanking 5,0
Milliarden Euro. Damit knüpfte der Konzern an seine Rekordzeiten vor der
Finanzkrise an. Im Jahr 2008 war die Deutsche Bank infolge der Finanzkrise
erstmals in ihrer Geschichte in einem Gesamtjahr in die roten Zahlen gerutscht
und hatte einen Verlust von 3,9 Milliarden Euro ausgewiesen.
AKTIE GIBT LEICHT NACH
Am Aktienmarkt wurden die Zahlen mit Ernüchterung aufgenommen. Der höher als
erwartet ausgefallene Überschuss ist nach Einschätzung von Experten vor allem
auf einen Steuereffekt zurückzuführen. Vor Steuern habe die Bank etwas weniger
verdient als erwartet. Die Aktie gab in den ersten Handelsminuten leicht nach.
2009 habe die Deutsche Bank bei vermindertem Risiko und mit kleinerer
Bilanzsumme eine beachtliche Profitabilität erzielt, bilanzierte Ackermann. Das
Institut stärkte seine Eigenkapitalbasis deutlich: Die Kernkapitalquote – das
Verhältnis von ausgegebenen Krediten und Eigenkapital – des deutschen
Branchenprimus lag Ende Dezember bei 12,6 (Vorjahr: 10,1) Prozent.
Im vierten Quartal 2009 erzielte die Bank einen Überschuss von 1,3 Milliarden
Euro. Ein Jahr zuvor stand unter dem Strich ein Verlust von 4,8 Milliarden Euro
- damals hatte die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers die Märkte
weltweit erschüttert.
GEGENWIND DURCH NEUE REGULARIEN ERWARTET
Trotz eines leichten Rückgangs im vierten Quartal nahm die Deutsche Bank im
Investmentbanking vor Steuern 4,3 Milliarden Euro ein. Allein durch den Handel
mit Wertpapieren und Währungen wurden mehr als sieben Milliarden Euro
erwirtschaftet. Im Geschäft mit Privatkunden und der Vermögensverwaltung, dem
Problembereich der Bank, konnte das Institut einen Vorsteuergewinn von 660 (420)
Millionen Euro ausweisen. Ackermann will nach der Übernahme der Privatbank Sal.
Oppenheim und der Beteiligung an der Postbank vor allem den Sparkassen Kunden
abjagen.
Gegenwind für das laufende Jahr erwartet die Bank mit ihren weltweit 77.053
(80.456) Mitarbeitern durch neue Regularien für die Branche. Zudem sei die Krise
noch nicht vorbei, auch wenn sich die Erholung verstetige, wie Ackermann sagte:
“Wir erkennen einen klaren Trend zur Erholung der Wirtschaft und zur
Stabilisierung der Finanzmärkte, auch wenn die Bewältigung der jüngsten Krise
noch andauert.” Für ausfallgefährdete Kredite legte die Bank deutlich mehr Geld
zurück als im Vorjahr: Die Risikovorsorge stieg von 1,1 Milliarden Euro auf 2,6
Milliarden Euro.
DIVIDENDE STEIGT NUR LEICHT
Die von Ackermann ausgegebene – und oft kritisierte – Zielgröße einer
Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Steuern verfehlte die Bank: Sie betrug
für das vergangenen Jahr 15 Prozent. Die Aktionäre sollen trotz des
Milliardengewinns für das Jahr 2009 nur eine leicht erhöhte Dividende erhalten.
Die Ausschüttung an die Anteilseigner soll um 25 Cent auf 75 Cent je Anteil
erhöht werden./gr/jb/zb