FRANKFURT (dpa-AFX) – Nach seinem jüngsten Kursrutsch dürfte der deutsche
Aktienmarkt am Montag erholt in die Woche starten. Der X-Dax als außerbörslicher
Indikator für den Stand Dax
Punkten und damit um 0,41 Prozent über dem Xetra-Schluss vom Freitag. Drei
tiefrote Tage in Folge hatten den deutschen Leitindex zuletzt knapp fünf Prozent
seines Wertes gekostet – auf Wochensicht stand ein Verlust von 3,11 Prozent zu
Buche.
Börsianern gibt vor allem der Verlauf der US-Börsen am Freitag Hoffnung auf
eine Stabilisierung. Dort hatte der Dow Jones
psychologisch wichtige 10.000-Punkte-Marke mit einem Schlussspurt knapp
gewonnen. Der Future auf den US-Leitindex legte seit Xetra-Schluss am Freitag
0,24 Prozent zu. Auch von eher ungewohnter Seite kommen positive Impulse: So
haben in den USA überraschend die New Orleans Saints den Super Bowl gewonnen.
Mit der Meisterschaft des Teams aus der National Football Conference (NFC) lässt
der unter einigen Börsianern beachtete “Super Bowl Indikator” jetzt steigende
US-Börsen erwarten. Die Sorgen der Vorwoche um die Schuldenprobleme einiger
Länder der Eurozone und den schwachen Euro dürften jedoch auch weiterhin für
Störfeuer sorgen. Der Deutschland-Chef der Investmentbank Morgan Stanley, Dirk
Notheis, warnte in einem Gespräch mit dem “Handelsblatt” nach der
Finanzmarktblase vor dem Entstehen einer “Staatsblase”. Am Morgen stabilisierte
sich die Gemeinschaftswährung jedoch über ihrem Tief vor dem Wochenende.
Auf Unternehmnsseite sorgte SAP
größter Softwarehersteller kommt nicht zur Ruhe und baut nach mehrfachen
Vorstandswechseln in kurzer Folge abermals radikal um. Statt des
Vorstandssprechers Léo Apotheker, der am Sonntagabend überraschend zurücktrat,
wird nun wieder eine Doppelspitze installiert. Laut Heino Ruland, Marktstratege
bei Ruland Research, dürfte der plötzliche Rücktritt viel mit der eher
schleppenden Geschäftsentwicklung einiger Bereiche zu tun haben, wie etwa der
immer wieder verschobenen Markteinführung der Unternehmenssoftware on-demand
(Business Bydesign). Bei Lang & Schwarz sanken die Aktien vorbörslich um 1,45
Prozent.
Auch Daimler-Aktien
Mercedes-Vize Rainer Schmückle verlässt nach dpa-Informationen den Stuttgarter
Autobauer und wird vom bisherigen Chef der Transportersparte, Wolfgang Bernhard,
abgelöst. Dort wird er zuständig sein für Produktion und Einkauf der Pkw-Sparte
Mercedes Cars, bisher der Verantwortungsbereich von Schmückle. Dieser Vorschlag
von Aufsichtsratschef Manfred Bischoff muss noch im Kontrollgremium genehmigt
werden. Das entspreche den Erwartungen, sagte ein Börsianer. Ein anderer
erwartet angesichts des guten Rufs Bernhards am Kapitalmarkt eine leicht
positive Reaktion.
Leichte Abschläge erwarten Börsianer bei MAN
die “Börsen-Zeitung” berichtete, muss der Nutzfahrzeugkonzern seinem Abschluss
für 2009 eine signifikante Buchwertabschreibung von etwa 350 Millionen Euro auf
den Scania-Anteil vornehmen. “Das könnte den Kurs erst einmal belasten, da bei
MAN für das Gesamtjahr 2009 ein Vorsteuerergebnis von insgesamt 270 Millionen
Euro erwartet wird”, sagte ein Börsianer. Gleichzeitig hob er hervor, dass die
Abschreibung keinen bleibenden Effekt haben dürfte. Keine deutlichere Reaktion
erwarten die Marktteilnehmer indes bei Eon
den Ausbau der Zusammenarbeit mit seinem Partner Masdar aus Abu Dhabi bei
erneuerbaren Energien.
Bayer
Angaben durch Zukäufe wachsen, sorgten damit allerdings am Markt nicht für
Überraschungen./ag/fat