27.01.2010 | 12:21 Uhr | Wirtschaft

Aktien Frankfurt: Leichter – vom Tagestief erholt – SAP nach Zahlen Spitze

FRANKFURT (dpa-AFX) – Der deutsche Aktienmarkt hat seine Kursverluste im
frühen Verlauf am Mittwoch nach schwachem Start reduziert. Der Dax
stand am Mittag 0,55 Prozent tiefer bei 5.637,59 Punkten. Am Vortag hatte sich
der Leitindex bereits nach schwachem Start bis zum Handelsschluss ins Plus
gekämpft. Der MDax sank zuletzt um 0,51 Prozent auf 7.518,72 Zähler
und der TecDax büßte 0,25 Prozent auf 803,19 Punkte ein.

Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank verwies auf die guten
Ausblicke von Berichtsunternehmen wie SAP und Siemens als positiven Aspekt, der
zumindest das Risiko an den Börsen begrenzen sollte. Als Bremsschuh erwiesen
sich unterdessen die Banken, die nach den Plänen von US-Präsident Barrack Obama,
den Sektor stärker zu kontrollieren, und auch wegen der weiter hohen
Risikovorsorge unter Druck blieben. Am Markt sorge diese Gemengelage aktuell zu
einer seitwärtsgerichteten Tendenz. Halver sagte: “Der Markt hat die Hoffnung
auf eine Stabilisierung gespielt – nun wollen die Händler Fakten sehen.”
Unterdessen warten die Anleger auch auf weitere Impulse aus den USA, zum einen
durch frische Bilanzvorlagen und von der Zinsentscheidung der Federal Reserve.

SAP-Aktien drehten nach anfänglichen Verlusten im schwachen Markt
nach endgültigen Zahlen für 2009 und einem Ausblick auf 2010 zuletzt mit 0,40
Prozent ins Plus auf 32,850 Euro. Europas größter Softwarehersteller will 2010
die Krise hinter sich lassen und wieder Umsatz und Gewinn steigern. Ein Händler
stufte die Zahlen in einer ersten Reaktion “etwas besser als erwartet” ein.
Positiv seien die Aussicht auf weiter strenge Kostenkontrollen und das Ziel
einer weiteren Margenverbesserung. Ein Marktanalyst sah das Margenziel dagegen
etwas unter der Markterwartung. Commerzbank-Analyst Thomas Becker sieht zunächst
keinen Anlass seine Schätzungen zu ändern und bleibt bei “Hold”.

Zu den größten Verlierern zählten unterdessen die Bankenwerte: Deutsche Bank
büßten 2,48 Prozent auf 43,40 Euro ein und Commerzbank-Titel
verbilligten sich um 2,35 Prozent auf 5,855 Euro. Die spanische Großbank BBVA
erlitt im abgelaufenen Jahr wegen fauler Kredite erneut
einen Gewinnrückgang und die Aktien rutschten ab. Auch Autowerte mussten Federn
lassen, wobei die Vorzüge von Volkswagen (VW) am Indexende um 2,98
Prozent auf 56,08 Euro abrutschten.

Im MDax rutschten Wacker Chemie am Indexende in Reaktion auf
überraschend vorgelegte Zahlen um 6,51 Prozent auf 101,20 Euro ab. Der
Halbleiter-Zulieferer und Chemiekonzern berichtete von Sonderbelastungen in Höhe
von 340 Millionen Euro. Ein Analyst sah die Zahlen im Rahmen seiner Erwartungen
und bezeichnete die negative Reaktion wegen der außerordentlichen Belastungen
als Kaufgelegenheit. Zweitschlechtester MDax-Wert waren HeidelbergCement .ETR>, die nach schwachen Zahlen von Cemex 3,83 Prozent auf 44,190 Euro
verloren. Der mexikanische Wettbewerber habe im vierten Quartal einen deutlichen
Nettoverlust hinnehmen müssen, nachdem sich der Zementmarkt nicht habe erholen
können. Analyst Norbert Kretlow von der Commerzbank sieht “moderat negative
Implikationen von Cemex für HeidelbergCement”. Allerdings gebe es auch positive
Aspekte, da die Mexikaner von ersten Anzeichen einer Stabilisierung in einigen
Märkten gesprochen hätten.

Positiv entwickelten sich bei den mittelgroßen Werten die Aktien von Sky
Deutschland , die mit plus 6,29 Prozent auf 1,875 Euro an die
Indexspitze kletterten. Laut “Handelsblatt” will der Bezahlsender künftig mehr
Geld mit Fernsehwerbung erlösen. Zusätzliche Unterstützung bekommt die Aktie
Händlern zufolge von einer Studie von Merrill Lynch. Analyst Daniel Kerven hatte
die Aktie mit “Buy” und dem Kursziel 3,20 Euro aufgenommen. Südzucker
zogen mit 1,98 Prozent ins Plus auf 16,775 Euro. Händler verwiesen auf Pläne der
EU-Kommission die Exportquote für Zucker anzuheben./fat/dr

— Von Frederik Altmann, dpa-AFX —

 

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