02.02.2009 | 10:00 Uhr | Wirtschaft

Center for Financial Studies at Frankfurt University: Pressemitteilung

Center for Financial Studies at Frankfurt University / Sonstiges

Veröffentlichung einer Corporate News, übermittelt durch die DGAP – ein
Unternehmen der EquityStory AG.
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.
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Pressemitteilung

Abwärtstrend gestoppt
CFS-Finanzplatzindex nahezu unverändert bei 98,8
Umsätze und Erträge übertreffen Erwartungen /
Aber weiterer Stellenabbau befürchtet /
Bad Bank umstritten

FRANKFURT, 2. Februar. Der CFS-Finanzplatzindex ist im Zeitraum 4. Quartal
2008 (2008Q4) bis 1. Quartal 2009 (2009Q1) mit 98,8 gegenüber dem
Vorquartal (99,0) nahezu konstant geblieben. Die Stimmung am Finanzplatz
hat sich damit auf niedrigem Niveau stabilisiert. Es zeigt sich aber auch,
dass die Finanzkrise weiter andauert. Obwohl der Umsatzindex (98,7) noch
immer negativ ist, haben die in 2008Q4 realisierten Umsätze die zuvor
gemessenen niedrigen Erwartungen deutlich übertroffen (+4,7). Ebenso wird
ein Anstieg der in 2008Q4 erwirtschafteten Erträge (+4,9) auf einen Wert
von 95,3 beobachtet. Damit befindet sich dieser Indexwert weiterhin auf
niedrigem Niveau. Die Entwicklung der Mitarbeiterzahl wird mehrheitlich für
2009Q1 als weiter rückläufig eingeschätzt, vor allem bei den
Kreditinstituten: Jede fünfte Bank am Finanzplatz gibt an, ihre
Mitarbeiterzahl zu reduzieren. Insbesondere Asset-Manager beurteilen ihre
Geschäftssituation im abgelaufenen Quartal negativ. Erstmals erwartet auch
ein Großteil der Wirtschaftsprüfer und Berater in 2009 sinkende Erträge.
‘Obwohl die Geschäftsvolumina der Kreditinstitute anscheinend nicht, wie
noch im Oktober erwartet, eingebrochen sind, bleibt die Ertragslage sehr
angespannt. ‘Die Stabilisierung auf der Umsatz- und Ertragsseite wird
einhergehen mit einem weiteren Stellenabbau’, fasst CFS-Direktor Professor
Dr. Jan Pieter Krahnen die Ergebnisse für den Bankensektor zusammen.

Beurteilung der Bad Bank: Uneinigkeit am Finanzplatz

Die aktuellen Sonderfragen des CFS-Finanzplatzindex beschäftigen sich mit
dem Krisenmanagement der Bundesregierung, der möglichen Gründung einer Bad
Bank sowie den krisenbedingten Veränderungen im Arbeitsumfeld der
Finanzplatzakteure. Die Befragten glauben überwiegend, dass die
Bundesregierung in der Lage ist, die Stabilität des deutschen Finanzsystems
zu gewährleisten. Allerdings hält eine knappe Mehrheit von 51% die bislang
ergiffenen Maßnahmen für nur begrenzt wirksam. Der Zuspruch für die
künftige Kopplung staatlicher Kapitalhilfen an geschäftspolitische
Einflussmöglichkeiten, etwa durch eine Beteiligung am Eigenkapital, ist vor
allem bei den Kreditinstituten hoch. Nahezu zwei Drittel der teilnehmenden
Banken unterstützen diese Form der Staatsbeteiligung, wie erstmals im Falle
der Commerzbank praktiziert. Verglichen mit dem US-amerikanischen Modell
der ‘Zwangskapitalisierung’ werden die strengen Beteiligungsauflagen der
EU-Kommission bei der Stabilisierung europäischer Banken mehrheitlich (60%)
nicht als Wettbewerbsnachteil gesehen.

Über die aktuell diskutierte Gründung einer Bad Bank (über die der Staat
notleidende Kredite von betroffenen Banken aufkauft) herrscht keine
Einigkeit am Finanzplatz. So signalisieren die befragten Banken eine
Ablehnungsquote von 36% und eine Zustimmung von 43%. Die ablehnende Haltung
ist mehrheitlich darin begründet, dass die Risikobefreiung der Banken ein
moralisches Risiko (moral hazard) hervorrufen kann.

Folgen der Krise: Auftragsrückgänge und Budgetkürzungen

Drei Viertel aller Befragten sehen für sich unmittelbare, aus der Krise
resultierende Konsequenzen im Arbeitsumfeld. Diese Konsequenzen äußern sich
den Angaben zufolge einerseits in der veränderten Bewertung finanzieller
Risiken, aber andererseits auch in einem Wandel der Organisationsstruktur
in Unternehmen. Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater berichten von
Auftragsrückgängen sowie Budgetkürzungen, die verringerte Investionen und
Personalabbau nach sich ziehen dürften. ‘Das Geschäftsklima der
Finanzindustrie ist weiter angespannt,’, kommentiert CFS-Direktor Krahnen,
‘da nun auch die bislang von der Krise profitierenden Dienstleister von
negativen Folgen erfasst werden.’

Download der Grafik (300 dpi): www.finanzplatzindex.de/index

Allgemeine Methodik der Indexberechnung

Der CFS-Finanzplatzindex basiert auf einer vierteljährlich durchgeführten
Managementbefragung unter aktuell über 400 Unternehmen des Finanzstandortes
Deutschland. Der Index fasst qualitative Angaben bezüglich der
Unternehmenskennzahlen Geschäftsvolumen, Ertragssituation,
Mitarbeiteranzahl und Investitionen bezüglich des gerade vergangenen und
aktuellen Quartals zusammen. Die vier angesprochenen Bereiche
repräsentieren zusammengenommen in Ansätzen die volkswirtschaftliche
Wertschöpfung der Finanzindustrie. Konstruktionsbedingt beträgt der
maximale Indexwert 150, der minimale 50; ein Wert von 100 signalisiert eine
neutrale Stimmungslage. Bei der Umfrage handelt es sich um eine
Panel-gestützte Erhebung bei Unternehmen und Institutionen der
Finanzindustrie und der von ihr direkt und indirekt profitierenden
Unternehmen. Die zugrundeliegende Definition ist sehr weit gefasst und
beinhaltet nachfolgende vier Gruppen.

Download der Grafik (300 dpi): www.finanzplatzindex.de/grafik.jpg

Entstehungsgeschichte und Zukunft

Der CFS-Finanzplatzindex ist Teil des hessischen Finanzplatz-Monitorings,
mit welchem die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Frankfurt und des
Finanzstandortes Deutschland insgesamt im europäischen Vergleich gemessen
werden soll. Weitere Partner in diesem Projekt sind z.B. die Landesbank
Hessen-Thüringen (Helaba). Weitere Informationen zum CFS-Finanzplatzindex,
z.B. eine Übersicht der an der Umfrage beteiligten Unternehmen sowie die
genaue Abgrenzung der Gruppen von ‘Finanzinstitutionen und Börse’ und
‘Finanzplatzorientierte Dienstleister’, erhalten Sie unter
www.finanzplatzindex.de.

Kurzprofil CFS

Das Center for Financial Studies (CFS) mit Sitz in Frankfurt am Main ist
ein an die Johann Wolfgang Goethe-Universität angegliedertes und unabhängig
finanziertes Forschungsinstitut. Es betreibt international ausgerichtete
Forschung über Finanzmärkte, Finanzintermediäre und Monetäre Ökonomie. Das
CFS veranstaltet regelmäßig internationale Konferenzen, Kolloquien,
wissenschaftliche Foren und Fachvorträge zu finanzmarktrelevanten Fragen
und fördert so den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis. Präsident des
CFS ist Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otmar Issing. Vorstandsvorsitzender des
Trägervereins ist Dr. Rolf-E. Breuer. Die Institutsarbeit wird von den
beiden Direktoren Prof. Dr. Jan Pieter Krahnen und Prof. Volker Wieland,
Ph.D. geleitet.

Bei Rückfragen wenden Sie sich an
Corinna Wolf Tel.: (069) 798-30090
Center for Financial Studies Fax: (069) 798-30077
Goethe-Universität Frankfurt E-Mail: wolf@ifk-cfs.de
House of Finance www.finanzplatzindex.de
Grüneburgplatz 1, HPF H5 www.financialcenterindex.com
60323 Frankfurt am Main
02.02.2009 Finanznachrichten übermittelt durch die DGAP
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