19.08.2011 | 11:51 Uhr | wirtschaft

DGAP-IRE: VK Mühlen AG:

VK Mühlen AG

Zwischenmitteilung der Geschäftsführung gemäß § 37x WpHG für das
3. Quartal des Geschäftsjahres 2010/2011

Branchenentwicklung

Die Getreidepreise gingen nach Höchstständen im 3. Quartal unseres
Geschäftsjahres spürbar zurück und fanden mit der Ankündigung der
GUS-Staaten, die Weltmärkte wieder mit Getreide zu beliefern, einen
zwischenzeitlichen Tiefpunkt.

Nachdem der lang anhaltende Winter und die außergewöhnliche
Frühjahrstrockenheit die Pflanzen zunächst geschädigt hatten, konnten sich
diese aufgrund einsetzenden Regens und gemäßigter Temperaturen teilweise
regenerieren. In Europa, wie auch global, wurden die Getreide-Bilanzen
durch erhöhte Ernteprognosen entlastet.

Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Mengen- und Preissituation in
allen Getreidearten sehr volatil. Bereits geringe Veränderungen des
Verhältnisses von Verbrauch und Produktion, Wechselkursänderungen oder auch
politische Faktoren können erhebliche Preisschwankungen hervorrufen. Vor
dem Hintergrund der angespannten Lage auf den internationalen Finanzmärkten
und erster Anzeichen für eine sich abkühlende Konjunktur sind Turbulenzen
im Preisgefüge jederzeit möglich.

Die Finanz- und Ertragslage der gesamten Branche bleibt also in erheblichem
Maße von den Mengen- und Preisentwicklungen an den Rohstoffmärkten
abhängig.

Ertragslage

Im deutschen Mehlgeschäft hat sich der positive Trend des zweiten Quartals
im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres nicht fortgesetzt. Der im
dritten Quartal einsetzende Rückgang der Getreidepreise setzte die
Mehlpreise sofort unter starken Druck, obwohl die Mehlpreise für die Mühlen
schon bisher nicht auskömmlich waren. Nach wie vor gelingt es der Branche
nicht, die Mehlpreise auf einem wirtschaftlich überlebenswichtigen,
erforderlichen Niveau zu stabilisieren. Jede Abwärtsbewegung auf der
Rohstoffseite – und sei sie auch nur von kurzer Dauer – setzt unverzüglich
wieder eine Mehlpreisspirale nach unten in Gang. Durch das weitgehende
Festhalten an dem bestehenden Mehlpreisniveau haben wir erheblich an
Absatzmenge verloren. Die Verluste im deutschen Mehlgeschäft, die bereits
im ersten Halbjahr erwirtschaftet wurden, haben sich durch die schwierige
Marktsituation im dritten Quartal weiter erhöht. Die Mühlen in Polen und
Ungarn, Kampffmeyer Food Innovation und Müller’s Mühle haben positive
Ergebnisse erwirtschaftet. Die anhaltend hohen Verluste im deutschen
Inlandsgeschäft mit Mehl konnten hierdurch aber nur teilweise kompensiert
werden.

Insgesamt weist der Konzern nach neun Monaten ein negatives Ergebnis vor
Ertragsteuern von EUR -1,2 Mio. aus.

Vermögenslage und Finanzlage

Der Anstieg des Working Capital und der Finanzschulden hat zu einer
Verlängerung der Bilanz um EUR 29,5 Mio. auf EUR 395,5 Mio. geführt. Bei
einem nahezu unveränderten Eigenkapital von EUR 94,9 Mio. beträgt die
Eigenkapitalquote 24 %.

Ausblick

Für die weitere operative Entwicklung des VK Mühlen-Konzerns bis zum
Geschäftsjahresende und auch darüber hinaus sind die Getreideernte 2011 und
die weitere Entwicklung der Rohstoffkosten, aber auch das Verhalten des
Wettbewerbs und der Abnehmer von wesentlicher Bedeutung.

Im Gegensatz zum Vorjahr konnten die Erntemengen und die Qualität im
Südosten Europas weitgehend überzeugen. Die Ernte in Mitteleuropa wird in
weiten Teilen durch anhaltende Niederschläge erschwert. Ein hoher Anteil
der Ernte ist nicht mehr als Brotweizen verwendbar. Diese Situation
erschwert die physische Ein- bzw. Gegendeckung der Mehlkontrakte mit
unseren Kunden. Die Kosten für entsprechende Absicherungen an der Börse und
das damit verbundene ‘Prämien-Risiko’ für Qualitätsweizen belasten die
Mühlen zusätzlich.

Durch die zu niedrigen Mehlpreise, insbesondere im 1 kg-Kleinpackungsmehl
für die Eigenmarken des Handels und die voraussichtlich unzureichende
Entlastung aus der Ernte 2011 werden die Verluste bei den deutschen Mühlen
weiter ansteigen. Die übrigen Geschäftsbereiche werden auch im letzten
Quartal des laufenden Geschäftsjahres positiv abschließen und hierdurch zu
einer Abschwächung der negativen Effekte aus dem Mühlengeschäft beitragen.

Aufgrund der ungewissen Ernteaussichten und der anhaltenden Unsicherheiten
hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Rohstoffkosten sehen wir uns
derzeit nicht in der Lage, eine belastbare Ergebnisprognose für das
laufende Geschäftsjahr abzugeben.

Hamburg, 19. August 2011

V K M Ü H L E N A G

Der Vorstand

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Sprache: Deutsch
Unternehmen: VK Mühlen AG
Haulander Hauptdeich 2
21107 Hamburg
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Internet: www.vkmuehlen.de

Ende der Mitteilung DGAP News-Service

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