DJ DEVISEN/Euro erholt sich bei nervösem Handel auf über 1,23 USD
FRANKFURT (Dow Jones)–Der Euro hat sich am Mittwoch im Handelsverlauf deutlich auf über 1,23 USD erholt. "Wir sind brutal überverkauft, da sind solche Gegenbewegungen immer möglich", sagte ein Händler. Der Markt sei extrem nervös und reagiere daher stark auf Spekulationen über Interventionen der EZB, aber auch anderer Notenbank zugunsten des Euro. Die EZB wollte sich dazu auf Anfrage aber nicht äußern. "Der Anstieg zum Franken ist erstaunlich und ich könnte mir vorstellen, dass die SNB interveniert hat", meint ein weiterer Marktteilnehmer.
Technisch komme dem Vierjahrestief von 1,2143 USD eine besondere Bedeutung zu. Hier liege das 50%-Retracement der Bewegung vom tief bei rund 0,82 USD im Oktober 2000 zum Allzeithoch von etwa 1,60 USD im April 2008, hieß es. Sollte der Euro sich über 1,2320 USD halten, würde sich weiteres Potenzial ergeben.
Einen gewissen Anteil an der Erholung könnten auch die US-Verbraucherpreise haben, die im April um 0,1% gegenüber dem Vormonat gefallen sind. Verantwortlich für das Minus war ein spürbarer Rückgang der Energiepreise um 1,4%. Die Kernrate, die ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel berechnet wird, stagnierte.
"Die Entwicklung der Verbraucherpreise zeigt, dass Inflation in den USA derzeit noch kein Thema ist", sagte ein Volkswirt der Postbank. Trotz der wirtschaftlichen Belebung seien die Nachfrage und die Kapazitätsauslastung noch zu gering, als dass die Unternehmen Preissteigerungen auf breiterer Front durchsetzen könnten. Dies erleichtere es der US-Notenbank, die konjunkturelle Erholung vorläufig weiterhin mit sehr niedrigen Leitzinsen zu unterstützen.
Am Morgen sprachen Händler noch von regelrechten Verkaufswellen gegen den Euro. Der deutsche Vorstoß zu ungedeckten Leerverkäufen habe bewirkt, dass Anleger ihre Euro-Vermögenswerte weiter zurückfahren wollten, so Händler. Ein Analyst sprach von "nur halb durchdachten Maßnahmen", die die Glaubwürdigkeit der europäischen Politik weiter untergrüben.
Nach Einschätzung der UniCredit wird ein ungedecktes Leerverkaufsverbot die Lage an den Finanzmärkten eher verschlimmern als verbessern. Zudem müsste ein Verbot bei CDS global sein, um effektiv zu sein, da das CDS-Handelsvolumen in Deutschland klein sei.
Noch vor zwei Monaten sei die BaFin zu dem Schluss gekommen, dass CDS nicht aggressiv genutzt worden seien, um gegen den griechischen Anleihemarkt zu spekulieren. Das lege nahe, dass die Aufsichtsbehörde unter massiven politischen Druck gekommen sei, sagte ein Analyst. Das schüre die Sorge hinsichtlich überzogener zukünftiger Regulierungen und unterminiere das Vertrauen in den Euro und die Attraktivität Deutschlands als Finanzplatz.
Die Feinunze Gold wurde am Vormittag in London mit 1.209,50 USD festgestellt, zum Nachmittags-Fixing mit 1.195 USD.
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Europa Europa Europa
(17.20) (12.25) (8.27)
EUR/USD 1,2327 1,2190 1,2195
USD/JPY 91,21 91,25 92,00
EUR/JPY 112,43 111,20 112,19
EUR/GBP 0,8581 0,8544 0,8530
EUR/CHF 1,4235 1,4006 1,4005
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May 19, 2010 11:34 ET (15:34 GMT)
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