DJ DEVISEN/Euro legt wieder den Rückwärtsgang ein
FRANKFURT (Dow Jones)–Der Euro hat am Donnerstag zum Dollar die Kursgewinne vom Mittwoch wieder komplett abgegeben. Auch Hinweise auf eine gute Aufnahme einer 5 Mrd EUR schweren griechischen Staatsanleihe konnten dem Euro keinen weiteren Auftrieb verleihen. Am Nachmittag übertrafen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt und zur Produktivität der Wirtschaft die Konsenserwartungen. Daraufhin geriet die Gemeinschaftswährung sowohl zum Dollar als auch zum Yen unter Druck.
Gegen 14.30 Uhr MEZ, unmittelbar vor Veröffentlichung der wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe, handelte der Euro zum Dollar mit 1,3660 USD. Der Rückgang der Erstanträge um 29.000 in der Woche zum 27. Februar hat die Konsensprognose eines Rückgangs um 23.000 Anträgen übertroffen. "Das schürt die Hoffnung auf einen guten Arbeitsmarktbericht", sagte ein Händler. Der Euro fiel daraufhin im Tief bis auf 1,3584 USD zurück und wechselt gegen 16.45 Uhr MEZ mit 1,36 USD den Besitzer.
Die Produktivität hat in den USA im vierten Quartal 2009 die Konsensschätzung ebenfalls überboten. Die Auftragseingänge der US-Industrie im Januar und die Zahl der ausstehenden Hausverkäufe im Januar sind dagegen unter den Erwartungen geblieben. "Der Dollar hat nicht nur zum Euro, sondern auch zum Yen und zum Pfund aufgewertet. Ich denke, dass die Erwartungen eines guten Arbeitsmarktberichts den Dollar stützt", sagte der Händler. Dieser wird am Freitagnachmittag veröffentlicht.
Die Europäische Zentralbank (EZB) wertet die Inflation als gedämpft und sieht die Konjunkturaussichten als mit Unsicherheiten behaftet an. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sagte auf der Pressekonferenz in Frankfurt ferner, das gegenwärtige Zinsniveau sei weiterhin angemessen. "Betreffend der Zinserwartungen sind die Einschätzungen als neutral zu werten", merkt Ralf Umlauf von der Helaba an.
Weder habe Trichet ein deutliches Signal für eine baldige Zinswende gegeben, noch seien aus den Aussagen Indizien für ein sehr langes geldpolitisches Stillhalten herauszulesen. "Wir glauben, dass sich die EZB alle Optionen offen hält und letztlich die Normalisierungsschritte auch erste vorsichtige Schritte in Richtung einer Zinswende zum Jahresende sind", vermutet der Helaba-Analyst.
Das Pfund Sterling wertete zum Euro gegen 13.00 Uhr kräftig auf. Von Kursen um 0,9080 GBP fiel der Euro bis auf 0,9020 GBP. Die Bank of England (BoE) hat ihre Politik der ruhigen Hand fortgesetzt. Der Geldpolitische Ausschuss veränderte weder das Niveau der Leitzinsen noch wurde das Programm zum Kauf von Anleihen verlängert. Der geldpolitische Schlüsselsatz bleibt bei 0,50%. Die Rückkäufe von Staatsanleihen hatten ihr geplantes Volumen von 200 Mrd GBP bereits Ende Januar erreicht.
Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1.134,50 USD festgestellt nach einem Vormittags-Fixing von 1.136,25 USD.
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Europa Europa Europa
(16.45) (12.35) (7.55)
EUR/USD 1,3600 1,3681 1,3658
USD/JPY 88,97 88,35 88,18
EUR/JPY 121,04 120,87 120,46
EUR/GBP 0,9035 0,9070 0,9075
EUR/CHF 1,4633 1,4634 1,4629
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March 04, 2010 10:56 ET (15:56 GMT)
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