08.02.2010 | 18:23 Uhr | Wirtschaft

DJ Europas Aktien auf Erholungskurs

DJ Europas Aktien auf Erholungskurs

FRANKFURT (Dow Jones)–An den europäischen Aktienmärkten haben sich die Kurse am Montag überwiegend erholt. Der Dow-Jones-Euro-Stoxx-50 stieg um 1,2% oder 33 auf 2.664 Punkte und der Stoxx-50 zog um 1,1% oder 25 auf 2.399 Punkte an. "Der Euro-Stoxx hängt stark an den Vorlagen der Wall Street", so ein Händler. Dort konnten die Kurse die Gewinne aus dem Späthandel vom Freitag entgegen den Erwartungen vom Mittag verteidigen, davon profitierten die Kurse auch in Europa.

Trotzdem meinten Händler auch, Erholungen stünden, so ein Marktteilnehmer wörtlich, auf tönernen Füßen. In dieser Woche sammelten die Staaten Italien, Irland und Großbritannien frisches Kapital ein, das stelle die Märkte möglicherweise schon vor die nächste Bewährungsprobe.

"Andererseits scheint sich die Schuldenkrise erst einmal tot zu laufen", so ein anderer Marktteilnehmer. Auch Gerüchte, nach denen die Deutsche Bank Griechenland am Geldmarkt kein Geld mehr leihen wolle, konnten die Märkte nicht mehr nachhaltig drücken. Die Bank wollte das Gerücht zwar nicht kommentieren, "es ist aber ein gutes Zeichen, dass der Markt auf solche Gerüchte nicht mehr negativ reagiert", so der Händler. Die Panik der vergangenen Tage könnte so einer durchgreifenden Erholung Platz machen, erwartet er.

Aus technischer Sicht bleibe der Bereich zwischen 2.700 und 2.720 nun Dreh- und Angelpunkt. Ein Anstieg darüber könnte den Euro-Stoxx Richtung 2.800 treiben, ein Abprallen mache neue Tiefs bei 2.580 Punkten möglich, heißt es bei technischen Analysten.

Rohstoff-Titel mit Xstrata erholt

Bei den Einzelbranchen konnten sich Rohstofftitel erholen, der Branchenindex legte um 1,6% zu. Als günstig erachten Marktteilnehmer in diesem Zusammenhang den langfristigen Kohle-Liefervertrag über 60 Mrd USD an, den China mit dem australischen Konzern Resourcehouse getroffen hat. "Dies zeigt das anhaltende Interesse an Rohstoffen aus China, das die Preise nach unten hin abfedern sollte", so ein Händler.

Xstrata gewannen 3,6% auf 984 p, die Aktie wurde laut Marktteilnehmern von den Geschäftszahlen für das vergangene Jahr gestützt. Von den Analysten der UBS ist zu hören, dass vor allem im Bereich der Nickelproduktion besser als erwartete Zahlen vorgelegt worden seien. Auch die Konstensenkungsmaßnahmen hätten ihren Teil beigetragen. Der Cashflow erfülle die Investitionspläne des Unternehmens. Xstrata bleibe der bevorzugte Wert im Rohstoffbereich mit einer Kauf-Empfehlung und einem Ziel von 1.450 p, so die UBS. Neben Rohstoff-Werten konnten sich auch Chemie-Titel verbessern, daneben zogen die als "defensiv", also konjunkturresistent geltenden Indizes der Nahrungsmittel-, Versorger-, Pharma- und Telekommunikationsaktien an.

Finanzwerte und Technologie-Titel relativ schwach

Auf der anderen Seite zeigten Finanzwerte relative Schwäche. Der Index der Banken schloss dank Käufen im späten Geschäft 0,2% höher, der Versicherungs-Index gab um 0,5% nach. "Hier schlägt sich die Verunsicherung wegen der hohen Staatsverschuldungen nieder", so ein Händler. "Sollten Länderanleihen ausfallen, müssten Versicherungen und Banken Kapitalanlagen abschreiben", ergänzte er. Der Index der Technologie-Aktien fiel um 0,5%, was an der SAP-Aktie lag. Die verlor mit dem überraschenden Abschied des Vorstandschefs Leo Apotheker 2,5% auf 32,56 EUR.

Europäische Schlussstände von Montag, 8. Februar 2010:

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.            Index          Schluss-  Entwicklung  Entwicklung   Entwicklung
.                              stand      absolut         in %          seit
.                                                               Jahresbeginn
Europa       Euro-Stoxx-50   2664,29        32,65          1,2         -10,2
.            Stoxx-50        2398,57        25,33          1,1          -7,0
.            Stoxx-600        238,91         1,45          0,6          -5,6
Frankfurt    XETRA-DAX       5484,85        50,51          0,9          -7,9
London       FTSE-100        5092,33        31,41          0,6          -5,9
Paris        CAC-40          3607,27        43,51          1,2          -8,4
Amsterdam    AEX              316,50         1,46          0,5          -5,6
Athen        ATHEX-20         895,16       -42,93         -4,6         -20,5
Br ssel      BEL-20          2402,15         9,63          0,4          -4,4
Budapest     BUX            20300,11        75,37          0,4          -4,4
Helsinki     OMXH-25         1982,94       -18,99         -0,9          -2,4
Istanbul     NAT30          62447,14     -1940,13         -3,0          -6,8
Kopenhagen   OMXC-20          345,43        -5,33         -1,5           2,6
Madrid       IBEX-35        10206,30       103,00          1,0         -14,5
Mailand      FTSE-MIB       20938,24       122,36          0,6          -9,9
Moskau       RTS             1375,34       -35,80         -2,5          -4,8
Oslo         OBX              315,40        -3,38         -1,1          -7,0
Prag         PX              1092,80        -1,50         -0,1          -2,2
Stockholm    OMXS-30          938,42         2,52          0,3          -1,4
Warschau     WIG-20          2189,35        -6,30         -0,3          -8,3
Wien         ATX             2407,59        14,90          0,6          -3,5
Zürich       SMI             6347,14        82,81          1,3          -3,0
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  -Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires;
   +49 (0)69 29725 217, herbert.rude@dowjones.com
   DJG/hru/gei
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February 08, 2010 12:23 ET (17:23 GMT)

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