12.01.2010 | 18:14 Uhr | Wirtschaft

DJ XETRA-SCHLUSS/Sehr schwach – "Januardelle" droht

DJ XETRA-SCHLUSS/Sehr schwach – "Januardelle" droht

FRANKFURT (Dow Jones)–Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag sehr schwach geschlossen und ist wieder deutlich unter 6.000 Punkte gefallen. Händler nannten zwei zentrale Gründe für die Verluste: Enttäuschende Quartalszahlen von Alcoa und Zinserhöhungsängste. Dies führte dazu, dass der Aktienmarkt in zwei Schüben deutlich zurückfiel. Ein Marktteilnehmer verwies in diesem Zusammenhang auf ein saisonales Phänomen, das als "Januardelle" bezeichnet wird und eine Schwäche in der zweiten und dritten Woche des Auftaktmonats bezeichnet.

Der DAX fiel um 1,6% oder 98 auf 5.943 Punkte. Umgesetzt wurden an DAX-Titeln auf Xetra rund 127,6 (Vortag: 103,3) Mio Aktien im Wert von rund 3,52 (Vortag: 2,71) Mrd EUR. Marktteilnehmer sehen weiteres Rückschlagspotenzial bis 5.830 Punkte, sollte der Markt sich nicht schnell erholen.

Der Startschuss für die Saison der Quartalsberichte an Wall Street erwies sich als Blindgänger. Der US-Aluminiumkonzern Alcoa hatte am Vorabend einen Gewinn je Aktie von 0,01 USD mitgeteilt. Erwartet worden war ein Gewinn von 0,06 USD. Ein Großteil der Diskrepanz resultierte allerdings aus Kosten für die Restrukturierung sowie aus Sonderposten.

Die Verluste zogen sich quer durch alle Bereiche, wobei vor allem Zykliker betroffen waren. Die im Vorjahr sehr gut gelaufene BASF-Aktie etwa fiel um 3,6% auf 41,98 EUR. Auch Salzgitter zeigten sich von Alcoa beeindruckt und gaben 2,6% auf 70,96 EUR nach. Bei den Banken kam es zu Gewinnmitnahmen, nachdem diese sich zuletzt gut entwickelt hatte. Die volatile Commerzbank-Aktie fiel um 4,3% auf 6,60 EUR.

Metro hielten sich dagegen mit minus 0,9% auf 40,88 EUR recht gut. Nach der Bekanntgabe der Umsatzdaten hatte der Wert zunächst sogar zugelegt. Die Zahlen fielen zwar nach Einschätzung eines Analysten im Rahmen der Erwartungen aus, doch sorgte allein dies für Erleichterung, nachdem das Papier in der Vorwoche von Spekulationen einer Gewinnwarnung belastet worden war.

Tendenziell positiv bewertet der Analyst auch die Ankündigung, 2010 solle die Zahl der Neueröffnungen deutlich gesteigert werden. Das sei eine Bestätigung dafür, dass das Unternehmen wieder etwas optimistischer in die Zukunft schaue.

Die vergleichsweise gute Entwicklung der Versicherer begründeten Marktteilnehmer mit den Aussagen von Hartford Financial. Der US-Versicherer hatte die Prognose für die Ergebnisse des vierten Quartals nahezu verdoppelt. Münchener Rück gewannen 0,3% auf 108,55 EUR.

Beiersdorf verloren dagegen 3,2% auf 43,76 EUR, obgleich die Ergebnisse für das abgelaufene Jahr laut Händlern im Rahmen der Erwartungen ausgefallen waren. Aufgrund der überdurchschnittlichen Kursentwicklung in den vergangenen Monaten rechnen die Analysten der NordLB mit einer Konsolidierung der Aktie und reduzierten ihre Einstufung daher auf "Verkaufen" von "Halten". Henkel profitierten von Umschichtungen und legten um 1,2% auf 36,00 EUR zu.

SGL Carbon rückten dank einer Empfehlung von Goldman Sachs um 5,1% auf 23,74 EUR vor. Auffallend stark entwickelten sich auch Fielmann, die um 2% auf 54,00 EUR stiegen. Hier war von einem größeren Käufer die Rede.

Dagegen standen Continental unter Druck. Die neuen Aktien auf den Schaeffler-Anteil von 14% sind zu 40 EUR zugeteilt worden. "Da haben einige Anleger schnelle Gewinne mitgenommen", kommentierte ein Händler die Verluste. Für die Aktie ging es um 8,3% auf 40,85 EUR nach unten. TUI litten unter Gewinnmitnahmen und büßten 6,1% auf 6,65 EUR ein.

   DJG/mif/cln
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January 12, 2010 12:14 ET (17:14 GMT)

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