PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben am
Freitag, belastet von anhaltenden Sorgen über Schuldenprobleme in der Eurozone,
erneut deutlich tiefer geschlossen. Der am frühen Nachmittag veröffentlichte
US-Arbeitsmarktbericht hatte nur vorübergehend für eine etwas weniger gedämpfte
Stimmung gesorgt.
Der EuroStoxx 50
Punkte ab. Im Wochenvergleich war dies ein deutliches Minus von gut 5 Prozent.
Der CAC-40-Index
In London ging es für den FTSE 100
auf 5.060,92 Punkte.
Analysten zufolge ist es möglich, dass Griechenland für seine benötigten
Anleihen nicht genügend Käufer findet und dann rechtlich ein Zahlungsausfall
vorliegen würde. Sollte dann keine Hilfe von den EU-Staaten oder dem IWF kommen
und der Wert der Anleihen kollabieren, drohten beispielsweise europäischen
Banken massive Abschreibungen, schrieben die Volkswirte der Commerzbank.
Ähnliche Bedenken erfassen mittlerweile die Länder Spanien und Portugal.
“Derzeit steckt sich alles gegenseitig immer wieder an, auch wenn niemand
wirklich daran glaubt, dass ein Staat in Europa von den anderen Mitgliedern
hängen gelassen wird”, sagte ein Börsianer.
Die Unsicherheit führte besonders bei Finanzdienstleistern, Versicherern und
Banken zu deutlichem Verkaufsdruck. Axa
Eurostoxx 50 und Stoxx 50 um 6,05 Prozent auf 14,280 Euro ab. In Athen sanken
Piräus Bank um 4,48 Prozent. Ebenfalls sehr schwach tendierten
konjunktursensitive Rohstoffwerte, die jedoch zu Wochenbeginn noch besonders
deutlich gestiegen waren. Sie folgten massiven Kursverlusten der Branchentitel
in Tokio und Sydney nach deutlich gefallenen Rohstoffpreisen. Xstrata
auf 950,00 britische Pence ab.
ICAP-Aktien
Prozent auf 300,285 Pence ein. Das Brokerunternehmen hatte seine Gewinnprognosen
für das Gesamtjahr gesenkt und liegt damit laut einem Experten jetzt unter den
Markterwartungen. Darüber hinaus wurde die Komplettübernahme von TriOptima
angekündigt.
Relative Stärke zeigte der Telekomsektor. Händler verwiesen auf die vom
Markt zugewiesenen Defensivqualitäten der Titel. Zudem kam mit einem Bericht des
“Wall Street Journal” Fantasie in den Sektor. Der Zeitung zufolge erwägt die
Deutsche Telekom
bringen oder auszugliedern.
LVMH
74,870 Euro. Die nachlassende Nachfrage nach Champagner, Schmuck und anderen
Luxusgütern hatte beim französischen Konzern im abgelaufenen Jahr für einen
zweistelligen Gewinnrückgang gesorgt./he/ck