21.12.2009 | 18:20 Uhr | Top-Story, Wirtschaft

ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinne – Rohstoff- und Energiewerte im Plus

PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Angetrieben von Gewinnen bei den Energieaktien und
den Rohstoffwerten sind die wichtigsten europäischen Indizes am Montag mit
teilweise deutlichen Aufschlägen aus dem Handel gegangen. Beigetragen zu dem
Plus habe auch die positive Stimmung an der Wall Street, sagten Börsianer. Dort
hatten positive Analystenkommentare und gute Nachrichten aus der Pharmabranche
für Kauflaune gesorgt.

Der EuroStoxx 50 kletterte um 1,91 Prozent auf 2.926,05 Punkte
und machte damit seine Verluste von Ende letzter Woche wieder mehr als wett. In
Paris gewann der CAC-40-Index 2,05 Prozent auf 3.872,06 Zähler. Der
Londoner FTSE 100 rückte um 1,87 Prozent auf 5.293,99 Punkte vor.

Zu den Gewinnern zählten Ölwerte, die von dem stabilen Rohölpreis
profitierten. Der Preis für das “Schwarze Öl” wiederum profitierte von der
Kältewelle in Europa. Eni-Titel legten um 2,65 Prozent auf
17,45 Euro zu, Papiere von Total um 3,13 Prozent auf 43,85
Euro. Titel von Tullow Oil Prozent auf 1.278,00 Britische Pence und Papiere von Royal Dutch Shell
um 2,60 Prozent auf 1.834,50 Pence. Der
britisch-niederländische Ölkonzern plant zudem den Verkauf von Ölfeldern in
Nigeria im Wert von bis zu fünf Milliarden US-Dollar, wie die “Sunday Times”
berichtete.

Die hohe Stromnachfrage im Zuge des Wintereinbruchs nutze auch den Aktien
von Versorgern. So gewannen die Titel von GDF Suez 2,41
Prozent auf 29,35 Euro und für die Anteilsscheine von Iberdrola
ging es um 2,08 Prozent auf 6,6350 Euro nach oben.

Die unter dem Ärmelkanal verkehrenden Eurostar-Züge sollen indes am
kommenden Dienstag ihren Betrieb wieder aufnehmen, nachdem auch sie von der
Kältewelle getroffen worden waren. Es werde aber in den kommenden Tagen nur ein
“eingeschränktes Angebot” geben, Behinderungen auf der Zugstrecke zwischen
London, Paris und Brüssel seien weiter wahrscheinlich, teilte Eurostar-Chef
Richard Brown mit. Eurotunnel-Papiere stiegen um 3,65 Prozent auf
6,731 Euro.

Bankentitel zeigten sich nach den jüngsten Sorgen um eine strengere
Regulierung der Kapitalmärkte wieder erholt. Aktien von BNP Paribas
gewannen 2,72 Prozent auf 55,88 Euro. Papiere von Barclays
verteuerten sich um 3,31 Prozent auf 273,00 Pence.

Anteilsscheine von London Stock Exchange sanken zudem
um 1,60 Prozent auf 706,00 Pence und bildeten damit das Schlusslicht im
“Footsie”. Der Börsenbetreiber will 60 Prozent der Verluste schreibenden
Handelsplattform Turquoise übernehmen und diese mit der eigenen Plattform Baikal
fusionieren.

Pharmawerte rückten ebenfalls in den Blick. Papiere von Sanofi-Aventis
etwa rückten um 0,20 Prozent auf 54,81 Euro vor. Der
Pharmahersteller hatte mit einem aktualisierten Bericht zu seiner
Projekt-Pipeline für Aufmerksamkeit gesorgt. Angeblich will Sanofi-Aventis die
Entwicklung von zwei seiner Produkte stoppen. Andererseits wollen die Franzosen
auch den auf Gesundheits- und Wellness-Produkte spezialisierte US-Konzern
Chattem übernehmen. Aktionäre des US-Unternehmens freuten sich
daraufhin zuletzt über ein Plus von 32,65 Prozent auf 92,83 Dollar.

In Zürich sackten Actelion um 3,94 Prozent auf 56,05 Schweizer
Franken an das Ende des Swiss-Market-Index (SMI) . Das Unternehmen
hatte mit dem Schlafmittel-Produktkandidaten Almorexant in einer ersten
Phase-III-Studie zwar einen Erfolg erzielt. Allerdings seien “gewisse
Nebenwirkungen” beobachtet worden, die genauer analysiert und in längerfristigen
Studien untersucht werden sollen.

Wiederum in Paris waren Papiere von Safran mit einem
Aufschlag von über 4 Prozent auf 13,485 Euro stark gefragt. Der französische
Triebwerkshersteller und sein US-Partner General Electric (GE)
werden für den chinesischen Airbus-Konkurrenten C919 Triebwerke im
Wert von zehn Milliarden Dollar liefern. Auf jeden Partner entfallen fünf
Milliarden. Der Gesamtwert samt Wartung liegt bei 15 Milliarden Dollar. GE-Titel
legten um 0,83 Prozent zu./la/he

 

SERVICES