FRANKFURT (dpa-AFX) – Gewinnmitnahmen haben am deutschen Aktienmarkt am
Dienstag für einen schwächeren Handelsauftakt gesorgt. Der Dax
0,65 Prozent auf 5.763,98 Zähler, nachdem er am Montag mit einem Plus von 2,44
Prozent in die neue Woche gestartet war. Der MDax
auf 7.316,05 Punkte, für den TecDax
776,36 Zähler abwärts.
Ben Potter, Marktanalyst bei IG Markets, sieht nach dem fulminanten
Wochenauftakt zunächst Gewinnmitnahmen als Belastungsfaktor. Grundsätzlich
bleibe der Markt aber aufwärts gerichtet, vor allem auch zum Jahresende. Der
Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial
Xetra-Schluss am Montag 0,61 Prozent. Die Börse in Tokio schloss schwach auf
einem neuen Vier-Monatstief. Konjunkturdaten könnten im Verlauf bei ansonsten
dünner Nachrichtenlage nochmal Bewegung in den Markt bringen, sagte ein
Börsianer. In Deutschland steht der ifo Geschäftsklimaindex an, am Nachmittag
kommen noch US-Daten.
Auf Unternehmensseite rückten Bankenwerte wie Deutsche Bank
Commerzbank
um 1,24 Prozent auf 50,320 Euro und Commerzbank gaben um 1,20 Prozent auf 6,585
Euro nach. “Der große Abschlag bei der Kapitalerhöhung der britischen Bank und
auch das hohe Volumen könnten anderen Aktienwerten die Unterstützung entziehen”,
sagte Marktanalyst Ben Potter. Die angeschlagene Bank teilte mit, die neuen
Aktien würden zu 37 Pence das Stück angeboten. Das sind 59,5 Prozent weniger als
der Schlusskurs vom Montag. Wie bereits bekannt, will Lloyds insgesamt 13,5
Milliarden Pfund (15 Milliarden Euro) bei einer der größten Kapitalerhöhungen
der Wirtschaftsgeschichte einnehmen. Zudem verwiesen Händler auf einen Bericht
der Ratingagentur S&P, wonach fast alle der weltweit großen Banken nicht
genügend Kapital besitzen, um ihre Handels- und Investmentaktivitäten damit
abzusichern.
Titel von MAN
entwickelten sich damit in etwa mit dem Markt. Ein Börsianer verwies auf einen
Bericht der “Süddeutschen Zeitung”, wonach auf den Nutzfahrzeughersteller in der
Schmiergeldaffäre ein Bußgeld von deutlich über 100 Millionen Euro zukommen
könnte. Laut Börsianer war bislang eine Summe von mehr als 50 Millionen Euro
bekannt. Insgesamt sei das aber kein wirklicher Auslöser. Wie der Börsianer
hinzufügte, werde der Weggang von Konzernchef Hakan Samuelsson bereits von
Analysten der Deutschen Bank als negativ gewertet. Zudem sei eine schnelle
Fusion zwischen Scania
nicht sehr wahrscheinlich, zitierte der Händler die Analyse weiter.
Ferner legten noch Nachzügler wie Nordex
und Cewe Color Holding Zahlen vor. Beim Windkraftanlagenbauer Nordex fielen sie
laut einer Händlereinschätzung wie erwartet aus. Zudem habe das Unternehmen
seine Prognose für 2009 bestätigt und für 2010 eine Erholung des Marktes
vorhergesagt, fügte der Börsianer hinzu. Das würde positiv betrachtet werden.
Die Aktien drehten jedoch noch innerhalb der ersten Handelsstunde ins Minus und
gaben zuletzt 0,18 Prozent auf 10,88 Euro nach.
Pfleiderer blieb derweil hinter den Erwartungen zurück, sagten Börsianer.
Die Anteilsscheine fielen als eines der MDax-Schlusslichter um 3,69 Prozent auf
7,05 Euro. Der Möbel- und Bauzulieferer schrieb im dritten Jahresviertel wegen
der anhaltenden Nachfrageflaute infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise erneut
rote Zahlen.
Aktien der Cewe Color Holding
Euro. Der im SDax
dritten Quartal währungsbereinigt stabil und bestätigte die Ergebnisziele für
das Gesamtjahr. Ein Händler sagte: “Die Zahlen sind schwer einzuschätzen, da es
keine Schätzungen für diesen kaum beachteten Wert gibt.”/rum/la