25.01.2010 | 18:05 Uhr | Top-Story, Wirtschaft

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax setzt Talfahrt fort

FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax ist am Montag erneut auf Talfahrt
gegangen. Nach einem Minus von nahezu vier Prozent in der vergangenen Woche
verlor der Leitindex weitere 1,12 Prozent und schloss bei 5.631,37 Punkten.
Enttäuschende US-Konjunkturdaten belasteten. Der MDax legte hingegen
um moderate 0,13 Prozent auf 7.548,98 Zähler zu, während der TecDax
prozentual unverändert schloss bei 808,36 Zählern.

“Nach den desaströsen Rückgängen im Dax in der Vorwoche hat der erste
Handelstag der neuen Woche leider nicht bedeutend positiver ausgesehen”, sagte
Analyst Mark Rohles vom Marketmaker IG Markets. Auslöser für die kräftigen
Verluste am Montag war, dass in den USA die Verkäufe bestehender Häuser im
Dezember so stark wie nie zuvor einbrachen. Weiterhin belastet hätten aber auch
die Pläne des US-Präsidenten Obamas, die Bankenlandschaft deutlich schärfer zu
regulieren, meinte Rohles. “Zwar dürfte sich ein solches Vorhaben nicht
kurzfristig umsetzen lassen, aber die bloße Diskussion verdirbt den meisten
Markteilnehmer schon die Kauflaune.”

Unter den deutschen Einzelwerten rückten vor allem die Aktien von Bayer,
Siemens, Conergy und Wincor Nixdorf in den Blick. Die Anteilsscheine des Chemie-
und Pharmaunternehmens Bayer gaben wegen eines Rückschlags in der
Medikamentenentwicklung um 2,04 Prozent auf 50,38 Euro nach und zählten damit zu
den schwächsten Dax-Werten. Eine klinische Studie über ein neues Mittel zur
Behandlung der Bluterkrankheit war wegen enttäuschender Ergebnisse abgebrochen
worden.

Einen Befreiungsschlag meldete hingegen das Solarunternehmen Conergy
: Nach monatelangen Verhandlungen hatte sich das Hamburger Unternehmen
im Streit mit seinem US-Zulieferer MEMC geeinigt. Der ursprünglich acht
Milliarden US-Dollar schwere Liefervertrag für Siliziumwafer sei nun viel
flexibler und an den tatsächlichen Bedarf der Conergy-Fabrik in Frankfurt (Oder)
angepasst worden, teilte die im TecDax notierte Gesellschaft mit. Die Preise
orientierten sich nun am Marktniveau. Die Aktie profitierte davon mit einem
Kurssprung um 10,54 Prozent nach oben auf 0,860 Euro. Wie ein Damoklesschwert
hatte der Streit bislang über dem mit Verlusten kämpfenden Unternehmen geschwebt
und hatte Conergy zeitweise an den Rand seiner Existenz gebracht.

Gestützt von positiven Quartalszahlen des Konkurrenten Philips
stemmten sich zudem die Papiere von Siemens gegen den
Abwärtstrend im Leitindex. Sie gaben um unterdurchschnittliche 0,28 Prozent auf
64,60 Euro nach. Der niederländische Elektronikkonzern hatte sich im vierten
Quartal weiter von der Wirtschaftskrise erholen können. Das liefere “freundliche
Indikationen” für Siemens, urteilte etwa Analyst Ingo-Martin Schachel von der
Commerzbank.

An der Dax-Spitze gewannen die Aktien von Infineon nach einer
positiven Studie der Schweizer Großbank UBS 1,43 Prozent auf 3,820 Euro. Die
UBS-Experten erwarten zur Zahlenvorlage am 29. Januar einen “sehr robusten
Ausblick auf das zweite Geschäftsquartal” und sehen die Anteilsscheine des
Chipherstellers daher als “kurzfristige Kaufgelegenheit”. Grund für den
Optimismus sei, dass der Ausblick für die Auto- und Industrieendmärkte des
Chipkonzerns über den Erwartungen der UBS liege, hieß es.

Favorit im MDax waren nach der Vorlage von Quartalszahlen die Anteilsscheine
von Wincor Nixdorf mit plus 6,03 Prozent auf 49,820 Euro. Der
Geldautomaten- und Kassensystem-Hersteller hatte sich zu Beginn des neuen
Geschäftsjahres 2009/10 besser geschlagen als am Markt erwartet worden war.
Zudem war die Jahresprognose bekräftigt worden. Demnach sollen Umsatz und
Ergebnis nicht stärker schrumpfen als im Vorjahr. Die US-Bank BofA/Merrill Lynch
hob daraufhin das Kursziel für die Akite von 40 auf 43 Euro, beließ den Titel
aber auf “Underperform”. Mit plus 2,59 Prozent auf 5,591 Euro zeigten sich auch
die Aktien der IVG Immobilien sehr fest. Sie profitierten von einem
Bericht im “Handelsblatt”, dem zufolge Großinvestor Clemens Vedder seine
Beteiligung an dem Immobilienunternehmen von derzeit etwa fünf Prozent weiter
ausbauen könnte./ck/he

— Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX —

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22.01.2010 | 18:03 Uhr | Top-Story, Wirtschaft

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax setzt Talfahrt fort

FRANKFURT (dpa-AFX) – Nach negativ aufgenommenen US-Plänen zur
Bankenregulierung hat der Dax am Freitag seine Talfahrt fortgesetzt.
Der deutsche Leitindex verabschiedete sich mit Tagesverlusten von 0,90 Prozent
bei 5.695,32 Zählern in das Wochenende. Im Wochenverlauf gab er damit 3,69
Prozent ab. Der MDax verlor am Freitag 1,41 Prozent auf 7.539,33
Punkte und der TecDax büßte 1,67 Prozent auf 808,40 Punkte ein.

“Die Pläne von US-Präsident Obama haben die Markteilnehmer verstimmt und
insbesondere die Finanztitel belastet”, sagte Chefhändler Fidel Helmer von Hauck
& Aufhäuser. Zwar sei angesichts der starken Finanzlobby in den USA nicht zu
erwarten, dass Obama alle seine Vorstellungen durchsetzen könne. Doch
Veränderungen werde es geben und die Anleger fürchteten, dass solche auch in
Europa umgesetzt würden. Außerdem sieht Helmer Druck durch den weiter schwachen
Euro. Angesichts der Finanzprobleme von Griechenland gebe es Sorgen vor einem
Dominoeffekt. “So lange der Euro schwach bleibt, wird sich auch der Aktienmarkt
nicht erholen”, ist der Experte überzeugt. Zusätzlich belaste die
Kreditverknappung in China die Stimmung. “Auch dort werden Autos vor allem auf
Kredit gekauft, so dass weniger Kredite die deutschen Autoexporte
beeinträchtigen.”

Im Bankensektor wurden vor allem Institute mit größerem
Investmentbanking-Geschäft abgestraft. So büßten die Titel der Deutschen Bank
4,19 Prozent auf 45,03 Euro ein, während die der Commerzbank
, deren Fokus auf dem Privatkundengeschäft liegt, sogar um moderate
0,21 Prozent auf 6,140 Euro zulegen konnten. Die Anteilsscheine der Deutschen
Börse sanken um 3,20 Prozent auf 50,90 Euro. Die Umsätze der
Konzerngruppe, deren Derivatebörse Eurex weltweit tätig ist und die mit der ISE
über eine Optionsbörse in den USA verfügt, würden darunter leiden, falls der
Eigenhandel verboten würde.

Die Anteilsscheine der Lufthansa fielen mit minus 6,06 Prozent auf
11,695 Euro ans Dax-Ende, nachdem die Fluggesellschaft die Gewinnerwartungen für
das laufende Jahr leicht dämpfte. Gerüchte über Zukäufe von US-Finanzinvestor
Warren Buffett verhalfen den Aktien der Munich Re dagegen zu Gewinnen
von 0,32 Prozent auf 109,50 Euro. Über den Wahrheitsgehalt dieser Spekulationen
hieß es zugleich aber am Markt, dass die “Informationslage derzeit noch zu
schwammig” sei.

Erneut ergebnislos abgebrochene Verhandlungen über die Finanzierung des
Militärtransporters Airbus A400M belasteten die Anteilsscheine von EADS
mit minus 1,67 Prozent auf 14,155 Euro. Die Positionen von
Käuferstaaten und EADS lägen unverändert weit auseinander, hieß es aus
Teilnehmerkreisen. Zudem hält es Verteidigungsminister Karl-Theodor zu
Guttenberg für nicht akzeptabel, für “das gleiche Geld weniger zu
bekommen”./gl/he

— Von Gerold Löhle, dpa-AFX —

 

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