03.11.2009 | 18:10 Uhr | Top-Story, Wirtschaft

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Schwach – Dax fällt unter 5.400 Punkte

FRANKFURT (dpa-AFX) – Die bereits in der vergangenen Woche deutlich spürbare
Nervosität der Anleger hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag erneut fest im
Griff gehabt. Im Leitindex Dax fiel die Marke von 5.400 Punkten, und
zeitweise notierte das Börsenbarometer so tief wie zuletzt im August dieses
Jahres. Mit einem Abschlag von 1,43 Prozent auf 5.353,35 Punkten ging der Dax
aus dem Handel. Vor gerade einmal zwei Wochen hatte er sich noch der Schwelle
von 5.900 Punkten genähert. Der MDax mittelgroßer Werte verlor 1,29
Prozent auf 6.679,54 Zähler. Der TecDax sank um 0,71 Prozent auf
717,56 Punkte.

Die Marktteilnehmer wirkten unruhig und verunsichert, resümierte Analyst
Mark Rohles von IG Markets. Angesichts zunehmender Skepsis über eine
Konjunkturerholung auf breiter Ebene verpufften derzeit vereinzelte positive
Signale überwiegend wirkungslos. “Die am Spätnachmittag veröffentlichten
US-Industrieaufträge für September, die den Erwartungen entsprachen und leicht
steigende Tendenzen aufweisen konnten, grenzten die Verluste im Dax aber
zumindest etwas ein.”

Mit der BMW-Aktie als Schlusslicht im Leitindex rutschten die
Autotitel allesamt ab. Minus 6,26 Prozent auf 31,500 Euro standen nach der
Vorlage des Geschäftsberichts des Münchener Autoherstellers am Tagesende zu
Buche. Vor allem das schwache Abschneiden der Autosparte hatte den Markt
enttäuscht. Die VW-Stämme und Daimler-Aktien büßten in
“Sippenhaft” zwischen drei und vier Prozent ein.

Die wieder eingetrübte Stimmung für Bankenwerte sorgte für kräftige
Gewinnmitnahmen innerhalb dieser Branche. Auslöser war unter anderem, dass
zunächst die Commerzbank und dann die Schweizer Großbank UBS
mit hohen Quartalsabschreibungen überrascht hatten. Mehr
Staatshilfe benötigen zudem die britischen Banken Royal Bank of Scotland (RBS)
sowie Lloyds . Beide müssen sich daher
als Auflage der Regierung in den kommenden Jahren von wichtigen Geschäftsfeldern
trennen. All dies, so hieß es am Markt, belaste, zumal die Banken insgesamt in
den vergangenen Wochen und Monaten einen “sehr guten Lauf” gehabt hätten. Die
Aktien der Commerzbank verloren 4,03 Prozent auf 6,900 Euro, die der Deutschen
Bank gaben um 4,16 Prozent auf 47,400 Euro nach und die der Aareal
Bank verloren 5,07 Prozent auf 14,03 Euro.

Die Aktien von Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC)
profitierten von ihren Quartalsberichten. Sowohl der Medizinkonzern
Fresenius als auch der zu ihm gehörende weltgrößte Dialysespezialist FMC blicken
zudem etwas optimistischer auf das Jahresende als zuvor. Die Anteilsscheine von
Fresenius legten an der Dax-Spitze um 6,76 Prozent auf 41,99 Euro zu, die der
Tochter FMC verteuerten sich um 4,55 Prozent auf 34,24 Euro. Das Zahlenwerk samt
Ausblick von Beiersdorf wurde von den Anlegern mit einem Plus für die
Aktie von 3,33 Prozent auf 42,77 Euro honoriert. Die Metro-Aktien
waren nach “etwas besser als erwarteten Zahlen” ebenfalls gefragt und stiegen um
4,24 Prozent auf 39,09 Euro.

Im TecDax drehten die Drillisch-Aktien nach der Bekanntgabe von
Zahlen ins Plus und stiegen um 1,13 Prozent auf 4,48 Euro. Der Mobilfunkanbieter
erhöhte außerdem seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Der
Vakuumpumpen-Hersteller Pfeiffer war dagegen voll von der Krise
erfasst worden. Der schwache Markt, besonders in Europa und Asien, hattem im
abgelaufenen Jahresviertel auf Umsatz und Gewinn gedrückt. Zudem hatten die
Sanierung und Reorganisation der Produktionshallen sowie der Produktmix das
Ergebnis belastet. Die Aktie, die daraufhin zeitweise bis auf 45,58 Euro
abgesackt war, schloss mit einem Minus von 0,56 Prozent auf 49,52 Euro./ck/he

— Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX —

 

SERVICES