23.10.2009 | 22:34 Uhr | Wirtschaft

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Schwach – Dow unter 10.000 – Gewinnmitnahmen

NEW YORK (dpa-AFX) – Der Dow Jones hat sich am Freitag mit einem
Minus von einem Prozent und unter der Marke von 10.000 Punkten ins Wochenende
verabschiedet. Mehrere Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen. An der NASDAQ
konnten weder ein dickes Plus bei den Microsoft-Aktien noch der rasante
Kuranstieg der Amazon-Titel um fast 30 Prozent die Indizes im Plus halten. “Der
Optimismus an den Börsen ist derzeit eher ein scheues Reh”, sagte Aktienhändler
Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Die frühen Kursgewinne an der Nasdaq
hätten aber gezeigt, dass die Stimmung “nicht generell schlecht” sei.

Unbeeindruckt von einem deutlichen Kurssprung der Microsoft-Aktien fiel der
Dow Jones um 1,08 Prozent auf 9.972,18 Punkte. Auf Wochensicht verlor der
US-Leitindex damit 0,24 Prozent. Der marktbreite S&P-500-Index fiel um
1,22 Prozent auf 1.079,60 Zähler. An der Technologiebörse Nasdaq rutschte der
Composite-Index bis Handelsende um 0,50 Prozent auf 2.154,47 Punkte
ab. Der Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 0,54 Prozent auf 1.753,63
Zähler.

Die weitere Entwicklung der Unternehmensergebnisse müsse allerdings mit
“Argusaugen beobachtet werden”, sagte Lipkow, da die Stimmung allgemein sehr
schnell drehen könne. “Das ist auch leicht nachvollziehbar, wenn man sich die
Kursentwicklung der Indizes, in den letzten Monaten ansieht”, so der
Aktienhändler. Das derzeitige Kursniveau im Dow Jones sei “schon sehr
ambitioniert”, so das viele Marktteilnehmer vor dem Wochenende ihre Gewinne
mitnähmen.

Bei Microsoft und Amazon.com gab
es jedoch von Gewinnnmitnahmen keine Spur – die beiden Titel rückten den
Technologiesektor ins Rampenlicht: Microsoft-Aktien hielten sich den gesamten
Handelstag unangefochten an der Dow-Spitze. Sie schlossen mit plus 5,38 Prozent
auf 28,02 Dollar. Der Softwarekonzern hatte bei Umsatz und Gewinn deutlich
besser abgeschnitten als erwartet. Neben Microsoft legten im Dow nur noch die
Titel von Hewlett-Packard (HP) zu, alle anderen Werte
schlossen im Minus.

An der NASDAQ stachen Amazon.com hervor: Bereits am
Vorabend nach Börsenschluss hatte der weltgrößte Online-Versandhändler einen
deutlichen Umsatz- und Gewinnzuwachs für das abgelaufene Quartal gemeldet.
Amazons Lesegerät für elektronische Bücher “Kindle” ist inzwischen der
bestverkaufte Artikel des US-Konzerns. Seit einigen Wochen ist das Lesegerät
auch in Deutschland zu haben. “Das war ein starkes Quartal”, sagte Colin Gillis
von Brigantine Advisors. “Sie haben auf ganzer Linie besser als erwartet
abgeschnitten. Anleger dürften erfreut sein, dass die Verbraucher nach wie vor
Geld ausgeben.” Die Freude der Anleger spiegelte sich in einem Kurssprung von
26,80 Prozent auf 118,49 Dollar – damit schnellte die Aktie auf ihr historisches
Hoch.

Schlechte Stimmung herrschte derweil unter den Investoren des
Transport-Sektors. Einige Börsianer führten dessen Verluste gar als Grund für
die fallenden Kurse an der Wall Street an. Die beiden Eisenbahngesellschaften
Burlington Northern
hatten am Vorabend einen deutlichen Gewinneinbruch und einen drastischen
Frachtrückgang veröffentlicht. Die Burlington-Titel gaben um 6,50 Prozent auf
79,12 Dollar nach. Union Pacific verloren 5,55 Prozent auf
57,73 Dollar. Da das Geschäft der Eisenbahner als konjunktursensibel gilt,
reagierten die Anleger erschreckt mit Aktienverkäufen – und verdarben auch den
anderen Investoren die Kauflaune.

Für Anteilsscheine von Whirlpool ging es um 4,88 Prozent auf 77,13
Dollar aufwärts. Der Hersteller von Haushaltsgeräten hatte die Prognose für den
Gewinn je Aktie in 2009 angehoben.

Aktien des weltgrößten Ölfeld-Ausrüster Schlumberger
fielen um 4,96 Prozent auf 65,20 Dollar. Der Konzern hofft nach einem massiven
Einbruch seines Geschäfts auf Besserung. An den Zahlen für das dritte Quartal
ist die Erholung indes noch nicht abzulesen. Auch die übrigen Ölwerte wie
ExxonMobil und Chevron gaben jeweils
etwa ein Prozent nach./sf/he

 

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